Wollt ihr uns verarschen?

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Dieser Frage stellte ich mir beim Lesen der gestrigen Ausgabe der “ Märkischen Oderzeitung“. Nicht genug, dass der Ausbau des Bahnhofsgeländes von Küstrin-Kietz, wo seit Jahren unhaltbare Zustände herrschen, völlig überraschend abgeschmettert wurde. Weil der Bahnhof Küstrin-Kietz “ nicht so wichtig ist“ und die Kassen ohnehin chronisch leer sind. Jetzt müssen wir aus der Zeitung erfahren, dass der nur wenige Kilometer entfernte, an der selben Bahnlinie gelegene Bahnhof Golzow eben jene Umbauten erhalten soll, die man Küstrin-Kietz verweigerte. Ungeachtet leerer Kassen.

Ist Golzow etwa wichtiger als Küstrin-Kietz? Gut, diese Frage sollte sich eigentlich von selbst verbieten. Das Oderbruch kann nur erfolgreich entwickelt werden, wenn die Region als ganzes betrachtet wird. Jegliches Auseinanderdividieren einzelner Orte und / Oder Gemeinden wirkt da eher kontraproduktiv. Und natürlich gönne ich den Golzowern ein modernisiertes Bahnhofsumfeld inklusive eines Infopointes in einem der stillgelegten Stellwerke.

Und dennoch bleibt ein verdammt schaler Geschmack. Die fatale Situation rund um den Bahnhof Küstrin-Kietz ist seit Jahren bekannt und Thema mancher Gemeinderatssitzung.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick in ältere Ausgaben der “ Märkischen Oderzeitung“:

Attraktiver Grenzbahnhof statt Abstellgleis

Eine achtköpfige Arbeitsgruppe wird in den kommenden Wochen ein Konzept für die Umfeldgestaltung des Bahnhofs Küstrin-Kietz erarbeiten. Das ist das Ergebnis einer Einwohnerversammlung, die Ortsvorsteherin Astrid Bialek zum Thema Haltepunkt Küstrin-Kietz anberaumt hatte.

Das große Interesse hat selbst die Ortsvorsteherin erstaunt. Nachdem zur Gemeindevertretersitzung vorige Woche bereits viele Küstrin-Kietzer im Kulturhaus erscheinen waren, um nachdrücklich für den Erhalt des Haltepunktes einzutreten, waren am Mittwoch erneut zahlreiche Bürger zur Einwohnerversammlung erschienen. Diesmal ging es nicht in erster Linie darum, gegen eine vorgeschlagene Einstellung des Haltes in zu protestieren, sondern darum, der von der Interessengemeinschaft Ostbahn vorgeschlagenen Einstellung des Haltepunktes ein förderfähiges Entwicklungskonzept für den Bahnhof entgegenzusetzen. Denn ohne Fördermittel, das war den Teilnehmern klar, werde das Bahnhofsumfeld von der Kommune nicht zu gestalten sein.

Astrid Bialek erinnerte an die Pläne, die vor sieben Jahren Berliner Studenten für eine touristische Nachnutzung des Güterbahnbereiches vorgestellt hatten. Die waren in den Schubladen verschwunden, weil es keine Investoren gegeben hatte. „Ich bemühe mich aber darum, diese Arbeiten noch einmal auf den Tisch zu bekommen“, versichert sie.

Als Hauptprobleme waren rasch die Zufahrt, der Zugang für Fußgänger sowie die Parkmöglichkeiten ausgemacht. Die Ortsvorsteherin informierte, dass sich der Bahnhofsweg, also die offizielle Zufahrt zum Bahnhof vom Schwarzen Weg aus, zum Teil bereits in Gemeindeeigentum befindet. Deutsche Bahn und Kommunen wechseln sich auf dem Straßenabschnitt ab. Der eigentliche Bahnhofsbereich wiederum sei Eigentum der Bahn. „Diesen Bereich hatte uns die Bahn bereits einmal angeboten. Andere Flächen, um die wir uns bemüht hatten, waren uns damals allerdings versagt worden“, erklärte die Ortsvorsteherin.

Ein besonderes Problem stelle bei allen Ideen zur neuen Anbindung des Bahnhofs an die Karl-Marx-Straße die Lok-Tankstelle der Niederbarnimer Eisenbahn dar. Dieser Tank wurde direkt zwischen Ortslage und Bahnhofsumfeld gebaut, sodass zusätzlicher Aufwand nötig sein wird. „Vielleicht gelingt es uns auch, diese Tankstelle Richtung Osten verlegen zu lasen“, verwies Martin Rogge auf den Bahnhofsumbau in Rehfelde. Dort sei auch viele möglich geworden. Mehrfach betonten die Teilnehmer, dass auch die polnischen Fahrgäste einbezogen und für Küstrin-Kietz gewonnen werden sollen. Denn nur mit deren Hilfe erreicht der Bahnhof die Zustiegszahlen, die den Stundentakt auch in Zukunft rechtfertigen.

Auf Anregung von Astrid Bialek bildete sich im Anschluss ein Arbeitskreis, der die Ideen zu Papier bringt. Die Interessengemeinschaft Ostbahn soll als Partner gewonnen werden. Die Gemeindervertreter hatten sich bereit zum Beitritt bekannt, ohne das daraus eine Mitgliedschaft wurde.

 Quelle: Märkische Oderzeitung vom 12.08. 2012

Gemeinde übernimmt Auto-Chaos

Küstrin-Kietz (MOZ) Am Bahnhof Küstrin-Kietz wird täglich um die besten Parkplätze gekämpft. In ihrer Not parken die Pendler, wo immer Platz ist. Auf dem unübersichtlichen Gebiet des ehemaligen Gütergrenzbahnhofs stehen die Pkw polnischer und deutscher Fahrgäste. Ortsvorsteher Gerhard Schwagerick sucht dringend Abhilfe.

Ein Blick von der dringend sanierungsbedürftigen Fußgängerbrücke, die die Küstrin-Kietzer Ortsdurchfahrt mit dem Bahnhof verbindet, genügt, um das Problem zu erkennen: Der gesamte Bereich auf der Landestraße parallel zur Bahnstrecke und beiderseits der Bahnhofstraße ist zugeparkt. „Das birgt ein gewaltiges Risiko. Im Notfall kommen da weder Rettungswagen noch Löschfahrzeug durch“, erklärte Ortsvorsteher Gerhard Schwagerick. Seine Darstellung in der Gemeinderatssitzung hat die Golzower Amtsverwaltung bereits zum Anlass genommen, um die Bahn AG aufzufordern, eine Parkordnung festzulegen. In einem ersten Antwortschreiben erklärte die Bahn zunächst einmal noch die Zuständigkeiten für die Festlegung einer Parkordnung dort zu ermitteln, informierte Amtsdirektor Lothar Ebert.

In der Tat sind die Verhältnisse auf dem Bahnhof komplex. Der Gemeinde gehört das erste Teilstück der Bahnhofstraße. Ein zweites Teilstück, das bis zum Bahnhofsvorplatz reicht, gehört noch der Bahn und damit dem Bund. Das Bahnhofshaus hat die NEB ersteigert. Bereits vor längerer Zeit hatte die Gemeinde aber die öffentliche Widmung der gesamten Bahnhofszufahrt beantragt und damit die Verkehrsicherungspflicht für die komplette Straße übernommen, erläuterte Lothar Ebert. Dabei hatte die Gemeinde keine Wahl, wenn sie nicht riskieren wollte, dass die Küstrin-Kietzer gar nicht mehr zu Bahnhof kommen. Weder die Bahn noch die NEB als Betreiber der Strecke haben dafür die Verantwortung übernommen. Im August hatte die Gemeinde auch die Übertragung des zweiten Teils der Bahnhofstraße beantragt. Und wird somit neben der Verkehrssicherung auch die Baulast tragen.

Eine vorherige Sanierung der Straße, wie es zum Beispiel bei der Übertragung von Landesstraßen auf Kommunen üblich ist, werde es bei der Bahn nicht geben, erläuterte Ebert. Die Bahn handelt dabei wie ein Privatunternehmer. Nimmt die Gemeinde die Straße nicht, dann verkauft sie das Grundstück an den Meistbietenden und die Zufahrt ist passé. Zudem bürdet die Bahn der Gemeinde auch die Vermessungskosten auf. Und das, obwohl die Kommune, anders als die Bahn, finanziell dafür überhaupt nicht ausgestattet ist. Ähnliche Folgen der Bahnprivatisierung hatte Küstriner Vorland bereits bei der Schließung des Bahnübergangs Vorflutbrücke und bei dem Versuch, die alten Schienen aus der Karl-Marx-Straße in Höhe Oderbruchstraße zu bekommen, erlebt.

Ebenfalls unerhört blieb bisher der Wunsch der Gemeinde nach einer ebenerdigen Zufahrt zum Bahnhof, die die nicht behindertengerechte und marode Fußgängerbrücke überflüssig machen würde. Bereits Astrid Bialek hatte als Ortsvorsteherin mit einer Arbeitsgruppe ein Konzept dafür erarbeitet, wie mit einem Erwerb eines Teilstücks der ehemaligen Güterbahnhofsfläche sogar ein Parkplatz für die Pendler aus beiden Teilen Küstrins eingerichtet werden könnte.

Anfänglich hatte sich die Bahn noch offen dafür gezeigt, das Grundstück zu teilen und der Gemeinde die Zufahrt zu ermöglichen. Davon sei sie aber jetzt abgegangen, informierte der Amtsdirektor über den aktuellen Stand der Verhandlungen. Er verwies zudem auf Probleme, die auf die Gemeinde zukämen, würde sie ein Teilstück des Güterbahnhof erwerben. „Jahrzehnte sind dort Güter verschiedenster Art abgefertigt worden. Möglicherweise liegt dort auch radioaktives Material im Gleisbett. Auf jeden Fall müsse die Abfallbehörde informiert werden, wenn dort etwas entstehen soll“, so Ebert.

Mit dem Erwerb der Bahnhofstraße sei die Gemeinde aber in der Lage, sich um eine Förderung zu bewerben.

Quelle: Märkische Oderzeitung vom 03.12. 2014

Plan gegen Parkplatz-Chaos

Küstrin-Kietz/Manschnow (MOZ) Für die Beseitigung des Parkplatzchaos am Küstrin-Kietzer Bahnhof gibt es jetzt einen Plan. Darüber informierte Bürgermeister Werner Finger im Hauptausschuss von Küstriner Vorland. Das Projekt sieht vor, im Dreieck zwischen der Zufahrtstraße, die die Gemeinde bereits jetzt übernehmen musste, und dem Bahngleis mehrere Gebäude abzureißen, um Platz für parkenden Autos zu schaffen. Zudem soll eine Buswendeschleifen eingerichtet werden. Die wird insbesondere in der Zeit des Schienenersatzverkehrs zwischen Küstrin-Kietz und Kostrzyn bedeutsam, wenn die beiden Eisenbahnbrücken über die Oder abgerissen und durch neue ersetzt werden.Das Problem besteht allerdings darin, dass die Realisierung der kommunalen Pläne, für die Küstriner Vorland zunächst 9600 Euro Planungskosten eingerechnet hat, frühestens erst 2019 umgesetzt werden können. Das Vorhaben wird mit Kosten von rund 520 000 Euro verbunden sein. Zunächst soll mit der Firma Busmol über die Streckenführung der Buswendeschleife gesprochen werden, informierte Bauamtsleiter Axel Kraetzer.

Bevor die Gemeinde sich daran wagen kann, soll 2018 das neue Feuerwehrgerätehaus Manschnow am Fort Gorgast gebaut werden. Die Bahn plant hingegen, bis spätestens 2020 zwei rund 47 Millionen Euro teure Brücken über die Oder bei Küstrin zu bauen. Das Projekt ist nach Angaben der Bahn das größte brandenburgische Brückenbauvorhaben. Das heißt aber: in der Abriss- und Bauphase, wenn Küstrin-Kietz Sackbahnhof ist, bleibt das aktuelle Parkplatz-Chaos bestehen.

Darauf hat im Hauptausschuss Gerhard Schwagerick, Ortsvorsteher von Küstrin-Kietz verwiesen. Er informierte, dass sich schon jetzt täglich mehr als 120 Fahrzeuge auf den wenigen Stellflächen vor dem Küstrin-Kietzer Bahnhof drängen. Schwagerick forderte, rasch intensive Gespräche mit der Niederbarnimer Eisenbahn als Bahnhofseigentümer, der Bahn AG als Eigentümerin der Güterbahngleisflächen vor allem auch der polnischen Stadtverwaltung von Küstrin aufzunehmen, um nach einer Lösung zu suchen. „Wir können immer wieder lesen, wie eng die Zusammenarbeit zwischen den Bürgermeistern von Seelow und Küstrin ist, wie sich die beiden Städte bei Projekten unterstützen. Hier geht es aber um ein gemeinsames Problem von Küstrin-Kietz und Küstrin. Dazu sollen wir ins Gespräch kommen“, so Schwagerick.

Quelle: Märkische Oderzeitung vom 02.03. 2016

Jetzt haben einige wenige, noch dazu nicht einmal in Küstrin-Kietz wohnende Abgeordnete, jahrelange Planungen und Zukunftsvisionen zerstört. Angesichts der nun bekannt gewordenen Ausbaupläne für den Golzower Bahnhof erscheinen die angeblichen Bedenken eines Abgeordneten “ was denn mit dem Parkplatz am Bahnhof werden soll, wenn eines Tages die polnischen Pendler ausbleiben sollten“, geradezu absurd. Soll doch in Golzow, wohin sich bislang kaum ein polnischer Pendler verirrt hat und nach Lage der Dinge verirren wird, größere Parkflächen geschaffen werden. Für wem denn? Die Fahrradtouristen reisen mit der Bahn an, um anschließend auf dem Drahtesel das schöne Oderbruch zu erkunden. Während die polnischen Pendler, logischerweise, auch künftig den viel näheren Bahnhof Küstrin-Kietz nutzen, dort parken und das Chaos möglicherweise noch vergrößern werden.

Außerdem: das Gros der Fahrradtouristen möchte die Radwege am Oderdamm nutzen. Der Oderdamm befindet sich bekanntlich in der Nähe von Küstrin-Kietz. Warum sollten diese Reisenden also in Golzow aussteigen? Der E-Bikes wegen?

Dabei geht es in Küstrin-Kietz nicht allein nur um den Bahnhof. Und auch nicht um die Parksituation und die mehr und mehr verkommenden Gebäude auf dem Areal.

Vielmehr sollte mit dem Bahnhofsprojekt ein Zeichen gesetzt werden, dass es, nach all den Rückschlägen der vergangenen Jahrzehnte, Stillstand und Abwanderung, endlich wieder vorwärts geht in Küstrin-Kietz! Der Bahnhof sollte zu einer Basis für weitere Projekte hinsichtlich der Entwicklung des Tourismus werden. Es sollte sich wieder lohnen, nach Küstrin-Kietz zu kommen oder in Küstrin-Kietz zu wohnen.

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Leer und verlassen, „wartet“ diese Baracke das sie eines Tages wohl von selbst zusammenfällt.

Leider liegt die Betonung einmal mehr auf sollte. An dieser Stelle möchte ich noch einmal aus der “ Märkischen Oderzeitung“ zitieren:

Die Möglichkeiten einer gemeinsamen Zukunft von Küstrin und Küstriner Vorland war denn auch ein Thema der Gesprächsrunde im Kulturhaus. Die Präsidenten diskutieren in dem mit Gemälden des Heimatmalers Manfred Zickert geschmückten Beratungsraum mit Märkisch-Oderlands Landrat Gernot Schmidt und dessen Gorzower Amtskollegen Jozef Kruczowski, den Bürgermeistern von Küstriner Vorland und Küstrin, Bernd Korb und Andrzej Kunt sowie Astrid Bialek, Ortsvorsteherin von Küstrin-Kietz und Golzows Amtsdirektor Lothar Ebert.

„Es war ein gutes Gespräch“, erklären Astrid Bialek und Bernd Korb nach der Runde im Kulturhaus. „Die Präsidenten haben uns aufgefordert, offener aufeinander zuzugehen. Das war ohnehin mein besonderes Anliegen heute“, sagt Bernd Korb. Es werde in Kürze ein Arbeitstreffen beider Bürgermeister geben, bei dem sie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtern wollen. Küstrin ist bislang die einzige nach dem Krieg geteilte Oderstadt, in der es so gut wie keine direkten Beziehungen gibt. Korb erklärt den Präsidenten die Probleme, die das Küstriner Vorland durch den Wegzug der jungen Leute hat. Und wie sehr die Küstrin-Kietzer die Küstriner um die rasante Entwicklung beneiden, von der die deutsche Seite indes ausgeschlossen sei. Während Golzows Amtsdirektor Lothar Ebert vom Kinder- und Jugendaustausch berichtet und Landrat Gernot Schmidt die gute Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarkreisen würdigt, vereinbaren die Nachbar-Bürgermeister bereits ihre ersten Treffen. „Küstrins Bürgermeister Andrzej Kunt hat unseren Gesprächswunsch sehr begrüßt und freut sich auf unser Treffen“, so Korb. Astrid Bialek macht deutlich, dass sie zwar keine konkreten Erwartungen an das Treffen hatte. „Aber es ist gut gewesen, dass Küstrin-Kietz in den Fokus kam. Und ich habe jetzt wieder Hoffnungen, dass der Ort sich entwickeln kann“, sagt sie. Schließlich wird jetzt sogar um den Erhalt des Bahnhofs gebangt.

Gauck und Komorowski werden dieses Treffen in Küstrin-Kietz in Erinnerung behalten. Denn die Gemeinde überreichte ihnen Gemälde von Manfred Zickert, die die reizvolle Landschaft an der Mündung der Warthe in die Oder zeigen. „Ich bin sicher, dass wir uns hier wiedersehen“, verspricht Joachim Gauck zum Abschied.

Quelle: Märkische Oderzeitung vom 02.08. 2012

Das besagte Gespräch fand anlässlich des Besuches des Bundespräsidenten Gauck in Küstrin-Kietz, im Kulturhaus statt. Und was hat sich in punkto Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Polen seit diesem mittlerweile fast vier Jahre zurückliegenden Gespräch getan? Nichts!! Zumindest aus dem Blickwinkel von Küstrin-Kietz betrachtet. Dabei ist eine Zusammenarbeit mit Polen für uns geradezu überlebenswichtig! Ungenutzte Chancen gibt es jede Menge. Ich bin es satt, diese Chancen immer wieder Gebetsmühlenartig aufzuzählen. Langsam aber sicher überkommt auch mir das Gefühl, dass es ohne keinen Sinn hat. Wie mag sich zum Beispiel die seit einiger Zeit in der ehemaligen Dorfschule wohnende, aus Berlin nach Küstrin-Kietz eigens mit dem Ziel hier eine Pension für Fahrradfahrer zu eröffnen, gezogene Familie fühlen, deren Vorhaben an behördlichen Auflagen zu ersticken droht? Oder die polnische Holzbaufirma, das herunter gekommene Gelände des Armaturenwerks erworben und aufgeräumt hat. Mit dem Ziel hier demnächst eine Produktionsstätte zu eröffnen. Wie es heißt, haben auch hier wieder behördliche Auflagen zum Stillstand geführt. Warum in aller Welt, rührt niemand im zuständigen Amt Golzow nur einen Finger für diese Leute? Die übrigens, nur mal so am Rand erwähnt, potentielle Steuerzahler für die Gemeinde wären.

Warum, warum, warum? Ich habe mir längst abgewöhnt, auf eine Antwort zu warten.

Eine Frage hätte ich an dieser Stelle aber doch noch:

Warum sagt man den Menschen in Küstrin-Kietz nicht einfach direkt ins Gesicht, dass sie in der Planung des Amtes Golzow und oder der Gemeinde Küstriner Vorland, keine Rolle spielen? Das man das Dorf längst abgeschrieben hat und bestenfalls als Ballast betrachtet.

Bei aller verbalen Härte, wäre das wenigstens endlich mal ein Beispiel für konsequent ehrliche Kommunalpolitik.

Uwe Bräuning

 

 

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Autor:

Ich lebe seit über fünfzig Jahren im Oderbruch. Seitdem ich denken kann, interessiere ich mich für die Geschichte aber auch für die Gegenwart und Zukunft dieser einzigartigen Region, im äußersten Osten Deutschlands. So weit es mir möglich ist, möchte ich die reichhaltige Geschichte erforschen, aufschreiben um diese für die Nachtwelt zu erhalten. Zur Geschichte gehört ausdrücklich, auch das selbst erlebte, unser eigenes Leben. Eine weitere Leidenschaft von mir ist die Erforschung und der Erhalt der Natur meiner Heimat. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, dem können die immer deutlicher zu Tage tretenden Umweltschäden nicht verborgen bleiben. Schäden die wir alle zu verantworten haben. Schäden, die jedoch oftmals verhindert werden könnten. Naturschutz geht uns alle an! Wir alle, vor allem aber unsere Nachkommen werden davon profitieren. Leider ist zurzeit um den Naturschutz, aus verschiedenen Gründen, im Oderbruch nicht gut bestellt. Einige Aspekte werden als "Gängelei" empfunden oder einfach nur falsch verstanden. Gleichgültigkeit und Unkenntnis spielen eine weitere, nicht unerhebliche Rolle. Dazu kommt, dass die im Oderbruch stark vertretene " Bauern-Lobby" offenbar durch den Naturschutz finanzielle Einbussen befürchtet und gegen geplante Naturschutzmaßnahmen polemisiert. Obwohl gerade die Landwirte eigentlich kein gestörtes Verhältnis zur Natur haben sollten. Hier ist Aufklärung gefragt! Damit nicht noch der letzte Rest Natur im Oderbruch in trockenes staubiges Ackerland umgewandelt wird.

Ein Kommentar zu „Wollt ihr uns verarschen?

  1. Ich finde tatsächlich den Golzower Bahnhof erst einmal wichtiger als den Küstriner, da die Gemeinde Golzow das größere Gebiet ist. Die Anbindung an die Bahnhöfe und die schlechten Busverbindungen (egal welcher Bahnhof im Oderbruch) finde ich eher erschreckend.
    Ich finde die Äußerungen, dass das Dorf längst abgeschrieben sei und bestenfalls als Ballast gelte sehr patzig und kindisch.

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